banner.jpg
  • Apotheker Thomas Grode e.Kfm.
  • Marktplatz 1
  • 55576 Sprendlingen

Darmspiegelung: So bereiten Sie sich vor

Was Sie in den Tagen vor der Darmkrebsvorsorge-Untersuchung beachten sollten
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 17.03.2017

Vor einer Darmspiegelung müssen Patienten große Mengen trinken

Jupiter Images GmbH/Thinkstock Image

In den nächsten Tagen steht eine Darmspiegelung an? Dann hat Ihnen der Arzt sicher schon erklärt, wie die Untersuchung abläuft und was Sie im Vorfeld beachten müssen. Falls Sie in der Aufregung ein paar Hinweise vergessen haben sollten, fassen wir hier nochmal die wichtigsten Punkte zur Vorbereitung zusammen:

Körnerhaltige Lebensmittel meiden

Verzichten Sie drei bis vier Tage vor dem Arzttermin auf Lebensmittel, die Körner enthalten. Das heißt: Unter anderem kein Müsli, kein Vollkornbrot, keine Tomaten, Kiwis oder Weintrauben. "Befinden sich noch Körner im Darm, behindert das die Untersuchung", erklärt Privatdozent Dr. Axel Eickhoff, Leiter der gastroenterologischen Abteilung am Klinikum Hanau. So könne beispielsweise das Untersuchungsgerät, also das Endoskop, durch unverdaute Körnchen verstopft werden.


Keine ballaststoffreichen Lebensmittel am Tag davor

Am Tag vor der Darmspiegelung dürfen Sie nur "leichtverdauliche Kost" zu sich nehmen. Essen Sie zum Frühstück beispielsweise ein belegtes Weißbrot, dazu einen Joghurt. Bereiten Sie sich mittags eine klare Gemüsebrühe zu, als Beilage passt wieder Joghurt. Gemüse wie Spinat, Spargel oder Hülsenfrüchte sind dagegen ungünstig, da in ihnen viele Faserstoffe stecken. Lassen Sie daher solche ballaststoffreichen Lebensmittel weg – ebenso wie die Körner.

Ab nachmittags nur klare Brühe und Getränke

Nach dem Mittagessen gilt: Nur noch klare Suppe löffeln, wenn Sie Hunger haben. Ab 18 Uhr sollten Sie nichts mehr zu sich nehmen. Trinken dürfen Sie am Vortag, so viel Sie möchten. Nachmittags oder abends beginnen Sie zudem, die Abführlösung zu trinken. Wann Sie die Reinigungslösung genau trinken müssen, hängt vom jeweiligen Präparat ab, das Ihnen der Arzt verordnet hat. Er wird Ihnen auch sagen, wie viel Flüssigkeit Sie insgesamt zu sich nehmen müssen.

Fünf bis sechs Liter einer kaum genießbaren Salzlösung bleiben Ihnen heutzutage jedoch meist erspart! Auch wenn die gesamte Trinkmenge mehrere Liter betragen kann, müssen Sie meist nur noch zwei bis drei Liter der Abführlösung trinken. Den Rest können Sie oft nach Belieben auswählen – zum Beispiel hellen Fruchtsaft ohne Fruchtfleisch oder dünnen Tee. Darmspezialist Eickhoff hat einen Tipp: "Sie können fast alle Mittel mit Apfelsaft oder Ähnlichem mischen und gekühlt trinken, dann schmecken sie angenehmer." Fragen Sie am besten in Ihrer Arztpraxis nach.

Direkt vor Darmspiegelung nur Trinken erlaubt

Am Tag der Darmspiegelung dürfen Sie – zumindest vorher – nichts essen. Halten Sie es vor Hunger nicht aus, trinken Sie eine zuckerhaltige Limonade oder einen hellen Fruchtsaft. Eventuell müssen Sie ohnehin noch auf Ihre fünf bis sechs Liter Flüssigkeit kommen.

Wichtig: Auf Medikamente hinweisen

Medikamente – etwa gegen Bluthochdruck – nehmen Sie während der gesamten Tage ganz normal ein. Nehmen Sie ein blutzuckersenkendes Medikament oder spritzen Sie Insulin, müssen Sie – in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt – die Dosis am Untersuchungstag anpassen und den Blutzucker häufiger kontrollieren. Wichtig: Blutverdünnende Mittel müssen etwa eine Woche vor der Untersuchung abgesetzt werden. Tun Sie das auf keinen Fall in Eigenregie. Genaue Anweisungen gibt Ihnen Ihr Hausarzt. Die Wirkung von Verhütungsmitteln ("die Pille") kann eingeschränkt sein. Fragen Sie den Arzt, was Sie beachten sollten.

Beruhigungsmittel erwünscht?

Wünschen Sie vor dem Eingriff eine Spritze mit einem Schlafmittel, um von der Untersuchung nichts mitzubekommen, dürfen Sie danach nicht Auto fahren. Das gilt ebenso für Motorrad- und Radfahren oder das Bedienen von Geräten. Lassen Sie sich nach Hause bringen und gönnen Sie sich den Rest des Tages Ruhe. Gehen Sie, sofern es möglich ist, erst wieder am nächsten Tag zur Arbeit.

Ab wann dürfen Sie nach der Untersuchung etwas essen?

Normalerweise dürfen Sie nach der Untersuchung ohne Einschränkungen wieder etwas essen, wenn Sie sich danach fühlen –  es sei denn, der Arzt sagt Ihnen etwas anderes. Fragen Sie am besten gezielt nach. Wenn Sie ein Beruhigungsmittel bekommen haben, müssen Sie natürlich erst wieder vollständig wach sein.

Wichtiger Hinweis: Dies sind allgemeine Empfehlungen. Ihr Arzt kann Ihnen, je nach verwendeter Abführlösung und seinen eigenen Erfahrungen, andere Tipps geben, die für Sie gelten. Menschen, die an Herz- oder Nierenkrankheiten leiden, müssen die Trinkmenge unter Umständen mit ihrem Arzt abklären.




Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock Image

Lesen Sie auch:

Blutuntersuchung

Neuer Test zur Darmkrebs-Früherkennung  »

Neue Stuhltests entdecken Vorstufen von Tumoren zuverlässiger als das bisherige Verfahren. Versicherte sollen diese Tests ab April 2017 in Anspruch nehmen können »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Spezials zum Thema

Stadieneinteilung des Darmkrebs

Darmkrebs

Die Anzeichen für Darmkrebs sind oft nur sehr diskret, Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen »

Leiden Sie an Heuschnupfen?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages